{"id":1158,"date":"2011-08-26T17:52:48","date_gmt":"2011-08-26T17:52:48","guid":{"rendered":"http:\/\/127.0.0.1:4001\/wordpress\/zur-offentlichkeitsarbeit-der-gewerkschaften-werner-thonnessen-1965\/"},"modified":"2022-03-11T14:20:37","modified_gmt":"2022-03-11T14:20:37","slug":"zur-offentlichkeitsarbeit-der-gewerkschaften-werner-thonnessen-1965","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/global-labour.info\/de\/2011\/08\/26\/zur-offentlichkeitsarbeit-der-gewerkschaften-werner-thonnessen-1965\/","title":{"rendered":"Zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit der Gewerkschaften (Werner Th\u00f6nnessen, 1965)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gewerkschaftliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit in der pluralistischen Gesellschaft<\/strong><br \/>\nJeder Verband in der Bundesrepublik, der etwas auf sich h\u00e4lt und es sich materiell leisten kann, besitzt heute ein Pressereferat und gibt einen Pressedienst heraus, versendet ihn an Redaktionen von Presse, Funk und Fernsehen, an befreundete Politiker, an die eigenen Mitglieder und an andere Verb\u00e4nde. Das gleiche tun Regierungen, Kirchen und andere Institutionen.<\/p>\n<p>Mit den Str\u00f6men solcher Interessenteninformationen versucht man einerseits, die eigenen Mitglieder zu unterrichten und auf bestimmte \u00fcbereinstimmende Denk-, Verhaltens- und Handlungsweisen auszurichten. Andererseits versucht man damit, die eigenen Interessen an die politisch entscheidenden Instanzen heranzubringen und deren Entscheidungenzugunsten dieser Interessen mit zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Und drittens will man die Information bei den Organen der \u00f6ffentlichen Meinung unterbringen, dadurch den eigenen Verband in das Konzert der \u00f6ffentlichen Meinung einschalten und ein m\u00f6glichst gro\u00dfes Publikum mit dessen W\u00fcnschen und Vorstellungen vertraut machen und daf\u00fcr einnehmen.<\/p>\n<p>Dies sind die drei Seiten der \u00d6ffentlichkeitsarbeit aller gro\u00dfen Organisationen in unserer sogenannten pluralistischen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich h\u00e4ngt der Erfolg der \u00d6ffentlichkeitsarbeit einer Organisation nicht nur davon ab, mit welchem Geschick und Aufwand sie ihre Interessen vertritt. Im Strom der Interessenteninformationen haben die einzelnen Mitteilungen h\u00f6chst ungleiche Chancen, ihre Adressaten zu erreichen.<\/p>\n<p>Die Regierungsparteien beanspruchen und erhalten von vornherein gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit als die Opposition, die gro\u00dfen Parteien mehr als die kleinen, die Metallindustriellen mehr als die Textilunternehmer usw. Die Ungleichheit gr\u00fcndet sich also zun\u00e4chst auf die unterschiedliche funktionelle Bedeutung des Nachrichtengebers, sodann auch auf die unterschiedliche Bedeutung der Mitteilungen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich h\u00e4ngt die Durchschlagskraft einer Mitteilung auch davon ab, welche anderen Nachrichten gleichzeitig mit ihr um die Aufmerksamkeit des Publikums bzw. der Tr\u00e4ger der \u00f6ffentlichen Meinung konkurrieren. F\u00fcr die Durchschlagskraft einer Nachricht ist im Strom konkurrierender Mitteilungen also eine Anzahl von Faktoren verantwortlich, die sich der Kontrolle des Nachrichtengebers weitgehend entziehen.<\/p>\n<p>Bei der \u00d6ffentlichkeitsarbeit der Gewerkschaften im besonderen spielt die Tatsache eine Rolle, da\u00df sie zu den wichtigsten Werten und Einrichtungen unserer Gesellschaft in einem mehr oder minder kritischen Verh\u00e4ltnis stehen. Sie stellen Forderungen an die Regierung und den Gesetzgeber, an die politischen Parteien und vor allen Dingen nat\u00fcrlich an die Unternehmer, ja sogar an ihre eigenen Mitglieder.<\/p>\n<p>Es ist ihre Aufgabe, die herrschende Ordnung von Besitz und-Macht st\u00e4ndig in Frage zu stellen, Unruhe und Unzufriedenheit zu erwecken oder zu kanalisieren, die oft untergr\u00fcndigen sozialen Konflikte zu artikulieren und auszutragen.<\/p>\n<p><strong>Einstellung der Presse zu den Gewerk<\/strong><strong>schaften<\/strong><br \/>\n\u00dcber die Art und Weise, wie dieser Charakter der Gewerkschaften die Berichterstattung \u00fcber gewerkschaftliche Ereignisse beeinflu\u00dft, liegen zwei Untersuchungen vor.<\/p>\n<p>Sie stimmen einerseits hinsichtlich der Durchschlagskraft gewerkschaftlicher \u00d6ffentlichkeitsarbeit und andererseits in bezug auf die Bereitschaft der Organe der \u00f6ffentlichen Meinung zu sachgem\u00e4\u00dfer Berichterstattung \u00fcber Gewerkschaften sehr skeptisch. Fritz Vilmar kommt in seinem Beitrag in den Gewerkschaftlichen Monatsheften (Nr. 9\/1961) zu Ergebnissen, die zwar nur aus Zeitungsartikeln \u00fcber den 6. Gewerkschaftstag der IG Metall in Berlin im Oktober 1960 gewonnen wurden. Bei aller Ber\u00fccksichtigung der Sonderstellung der IG Metall in der westdeutschen Gewerkschaftsbewegung kann man aber annehmen, da\u00df die anderen Gewerkschaften eine nur in Nuancen verschiedene Beurteilung erfahren.<\/p>\n<p>Sein Ergebnis hat Vilmar folgenderma\u00dfen zusammengefa\u00dft:<\/p>\n<p>\u201eEs liegt ein bestimmter, ziemlich begrenzter Bestand vorgefa\u00dfter Meinungen \u00fcber die gesellschaftspolitischen Zielsetzungen der IG Metall vor. Dieser Bestand von Vorurteilen wird teils produziert, teils zum Ausdruck gebracht durch einige stereotype, immer wiederkehrende Phrasen, Wortverbindungen, Schlu\u00dffolgerungen scheinkritischer Art. Das Ensemble dieser pseudokritischen Wendungen kann man als ,System der konformistischen Sprachregelung&#8217; bezeichnen; es ist eben jenes Vokabular, das entweder bewu\u00dft angewandt oder unbewu\u00dft (auch bereits in Gewerkschaftskreisen!) \u00fcbernommen wird, um ein auf soziale Neugestaltung gerichtetes Denken als Unsinn, Unm\u00f6glichkeit, Spintisiererei abzufertigen.&#8221;<\/p>\n<p>Dies ist die von Vilmar mit reichhaltigem Material belegte Diagnose \u00fcber die Berichterstattung der Presse \u00fcber die in Berlin von der IG Metall entwickelten gesellschaftspolitischen Vorstellungen.<\/p>\n<p>Auf den gleichen Sachverhalt weist \u2014 diesmal an Hand der Untersuchung der Lohnbewegung der IG Metall in den Jahren 1961\/1962 \u2014 Peter M\u00e4rthesheimer in seiner Studie \u201ePublizistik und gewerkschaftliche Aktion&#8221; (Dortmunder Beitr\u00e4ge zur Zeitungsforschung, Band 8) hin.<\/p>\n<p>M\u00e4rthesheimer kommt zu dem Ergebnis, da\u00df in der Presse nicht etwa von vornherein negativ besetzte Vorstellungen von der IG Metall bestehen. Wenn die Gewerkschaft jedoch ihrer eigentlichen Aufgabe, hier einer konkreten Forderung auf Erh\u00f6hung von L\u00f6hnen und Geh\u00e4ltern, konsequent nachgeht, so macht sich alsbald eine allgemeine Ablehnung breit, die auf den angeblich von der Lohnerh\u00f6hung zu erwartenden negativen Folgen beruht. Es wird behauptet, die Gewerkschaft st\u00f6re das wirtschaftliche Gleichgewicht; mit diesem identifiziert sich jedoch der gr\u00f6\u00dfte Teil der Presse.<\/p>\n<p>\u201eDa die IG Metall naturgem\u00e4\u00df als die auftritt, die den Status quo ver\u00e4ndern will, schl\u00e4gt sich die Presse notwendig auf die andere Seite; damit aber auch zu denen, die an der Abwehr einer Lohnerh\u00f6hung privates, \u00f6konomisches Interesse haben.&#8221; (S. 82) Beide Arbeiten zeigen, da\u00df die \u00d6ffentlichkeitsarbeit der Gewerkschaften, f\u00fcr die hier stellvertretend die IG Metall betrachtet wird, vor au\u00dferordentliche Schwierigkeiten gestellt wird. Weder finden die programmatischen Vorstellungen der Gewerkschaften zur Gesellschaftspolitik, wenn sie nicht besonders \u201e\u00f6ffentlichkeitswirksam&#8221; aufbereitet werden, Verst\u00e4ndnis oder gar Zustimmung, noch unterst\u00fctzen gemeinhin die Tr\u00e4ger der \u00f6ffentlichen Meinung die Gewerkschaften bei der Durchsetzung eines so konkreten und \u201eunideologischen&#8221; Zieles wie einer Lohnerh\u00f6hung.<\/p>\n<p>Es stellt sich also die Frage, ob gewerkschaftliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit \u00fcberhaupt in der Lage ist, eine angemessene Beurteilung gewerkschaftlicher Aktivit\u00e4t durch die Organe der \u00f6ffentlichen Meinung zu erreichen oder ob M\u00e4rthesheimer mit seiner pessimistischen Behauptung recht hat, da\u00df es den Gewerkschaften nur gelingen k\u00f6nne, ihr Bild in der \u00d6ffentlichkeit grunds\u00e4tzlich zu ver\u00e4ndern, wenn sie auf die Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder verzichten.<\/p>\n<p><strong>Ziele der gewerkschaftlichen \u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/strong><br \/>\nFassen wir einmal die wichtigsten Ergebnisse der Meinungsforschung, wie sie uns in den<br \/>\nUntersuchungen der bekannten Institute, z. T. auch als Ergebnis eigener Forschungsauftr\u00e4ge<br \/>\nder Gewerkschaften vorliegen, im Hinblick auf ihre Bedeutung f\u00fcr die gewerkschaftliche<br \/>\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit zusammen:<\/p>\n<p>a) Die organisierten Arbeitnehmer bilden heute nur eine Minderheit unter der Gesamtbev\u00f6lkerung wie unter den abh\u00e4ngigen Erwerbst\u00e4tigen.<br \/>\nb) Die Organisierten unterscheiden sich in ihrem Verhalten und ihrer Einstellung auf weiten Gebieten nicht von den Unorganisierten.<br \/>\nc) Es herrscht eine Konsumorientierung vor, die sich weit mehr f\u00fcr die Verwendung des Arbeitsergebnisses als f\u00fcr die Umst\u00e4nde seiner Entstehung interessiert.<br \/>\nd) Die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen wird nicht den Gewerkschaften, sondern der allgemeinen Entwicklung zugeschrieben.<br \/>\ne) Die Gewerkschaften werden zwar weithin bejaht, jedoch aus egoistischen Gr\u00fcnden, wodurch die M\u00f6glichkeit positiver Erfahrungen mit ihnen auf Notf\u00e4lle beschr\u00e4nkt bleibt.<br \/>\nf) Weitgehend sorgen sich die Arbeitnehmer um die Erhaltung der Kaufkraft und haben eine kritische Einstellung zur gewerkschaftlichen Tarifpolitik.<br \/>\ng) In \u00dcbereinstimmung mit und m\u00f6glicherweise als Folge der Propaganda der Regierungsparteien und der Unternehmer ist eine positive Affektbeziehung zu den Schlagworten entstanden, die die kapitalistische Wirtschaftsweise bezeichnen, w\u00e4hrend gleichzeitig die gemeinwirtschaftlichen Begriffe suspekt geworden sind.<br \/>\nh) Die Massenmedien Presse und Fernsehen sind f\u00fcr die Unterrichtung der Bev\u00f6lkerung<br \/>\nvon ausschlaggebender Bedeutung. Dort herrscht jedoch in der Regel keine<br \/>\ngewerkschaftsfreundliche Einstellung.<\/p>\n<p>Wie ung\u00fcnstig diese Voraussetzungen und wie sp\u00e4rlich die Ansatzpunkte f\u00fcr eine wirksame gewerkschaftliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit sind, kann man in vollem Umfang nur ermessen, wenn man den Feststellungen des Ist-Zustandes der \u00f6ffentlichen Meinung \u00fcber die Gewerkschaften den jeweiligen Soll-Zustand gegen\u00fcberstellt:<\/p>\n<p>a) Statt einer Minderheit sollte die Mehrheit der Arbeitnehmer in den Gewerkschaften organisiert sein.<br \/>\nb) Diese Mehrheit der Organisierten sollte sich in ihrem Verhalten und ihren Vorstellungen infolge der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit deutlich von der Minderheit der Unorganisierten abheben.<br \/>\nc) Das Interesse der Arbeitnehmer sollte st\u00e4rker auf die Strukturprobleme unserer Gesellschaft und die Grundsatzfragen der Gesellschaftspolitik als auf die Konsumsph\u00e4re gerichtet sein.<br \/>\nd) Die entscheidende Bedeutung der Gewerkschaften f\u00fcr die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen sollte allgemein anerkannt sein.<br \/>\ne) Die Gewerkschaften sollten aus dieser Erkenntnis heraus nicht nur wegen ihres unmittelbaren Nutzeffektes f\u00fcr den einzelnen, sondern wegen ihrer Funktion als demokratische Gegenmacht von der Bev\u00f6lkerung verstanden und bejaht werden.<br \/>\nf) Der Mythos von der Lohn-Preis-Spirale d\u00fcrfte im Bewu\u00dftsein der Arbeitnehmer keinen Platz haben. Es m\u00fc\u00dfte eine klare Einsicht in die Zusammenh\u00e4nge der Marktwirtschaft herrschen.<br \/>\ng) Die auf Gemeinwirtschaft und demokratische Kontrolle der Wirtschaft gerichteten Grundsatzforderungen der Gewerkschaften m\u00fc\u00dften bei der Masse der Arbeitnehmer<br \/>\nst\u00e4rkeren Widerhall finden als die sozialliberalen Propagandaparolen.<br \/>\nh) Berichterstattung, Nachrichtengebung und Kommentierung der Massenmedien \u00fcber<br \/>\nGewerkschaften und gewerkschaftsnahe Themen m\u00fc\u00dften viel sachlicher sein. Entsprechend<br \/>\nder funktionalen Bedeutung dieser Themen f\u00fcr das gesamte gesellschaftliche Leben<br \/>\nm\u00fc\u00dfte ihnen in den Massenmedien ein viel breiterer Raum zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Die Kluft zwischen der Realit\u00e4t der \u00f6ffentlichen Meinung und dem Ziel der gewerkschaftlichen \u00d6ffentlichkeitsarbeit bezeichnet die Gr\u00f6\u00dfe der Aufgabe. Vor dieser Aufgabe k\u00f6nnte man leicht verzagen.<\/p>\n<p>Denn in der Tat ist der Druck, dem die \u00f6ffentliche Meinung in Richtung auf das Bejahen der bestehenden Verh\u00e4ltnisse und eine Ablehnung jeglicher progressiven Ver\u00e4nderung ausgesetzt ist, so stark, da\u00df sich die gewerkschaftliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit vor schier un\u00fcberwindliche Schwierigkeite gestellt sieht.<\/p>\n<p><strong>Konformismus und Gegenmeinung<\/strong><br \/>\nFast m\u00f6chte man sich wundern, da\u00df \u00fcberhaupt noch Restbest\u00e4nde gewerkschaftlichen Bewu\u00dftseins bestehen, da\u00df bei Minderheiten noch zutreffende Vorstellungen \u00fcber die Grundtatbest\u00e4nde von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik \u00fcberlebt haben und da\u00df nicht ausnahmslos die von den Massenmedien gepflegten Klischees \u00fcbernommen werden. Es gibt offensichtlich \u2014 und das ist der entscheidende Ansatzpunkt gewerkschaftlicher \u00d6ffentlichkeitsarbeit \u2014 bei Teilen der Bev\u00f6lkerung tief verwurzelte Widerst\u00e4nde gegen den Druck zur Konformit\u00e4t.<\/p>\n<p>Dies gilt nicht nur f\u00fcr die Propaganda gegen Gewerkschaften und Opposition in der<br \/>\nBundesrepublik. Es gibt daf\u00fcr auch ber\u00fchmte Beispiele aus anderen Bereichen und<br \/>\nL\u00e4ndern.<\/p>\n<p>So wurde etwa Harry Truman im Jahre 1948 gegen die massiven Beeinflussungsversuche aller amerikanischen Massenmedien zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Oder betrachten wir, um bei unserem Thema zu bleiben, den Aufstieg der Gewerkschaften in den USA, die in 25 Jahren trotz heftigster Gegenpropaganda von Presse und Rundfunk von drei Millionen Mitgliedern im Jahre 1933 zu der beachtlichen St\u00e4rke von 15 Millionen im Jahre 1958 wuchsen.<\/p>\n<p>Diese Tatsachen stimmen offenbar nicht mit dem Bild einer von den Massenmedien v\u00f6llig kontrollierten \u00f6ffentlichen Meinung \u00fcberein, sondern beweisen im Gegenteil die Realit\u00e4t von Gegenstr\u00f6mungen und autonomen Entwicklungen der \u00f6ffentlichen Meinung, welche sich der Manipulation entziehen und auf das Durchschlagen und Aussprechen prim\u00e4rer interessen der Bev\u00f6lkerung zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Da\u00df gerade die Gewerkschaften berufen sind, diese vorrangigen, lebenswichtigen Interessen der Bev\u00f6lkerung zum Ausdruck zu bringen und ihre kollektive Vertretung zu organisieren, gibt ihnen die einzigartige Chance, bei der Bildung von Gegenkr\u00e4ften der \u00f6ffentlichen Meinung mitzuwirken, die sich den Einfl\u00fcssen der gro\u00dfen Massenmedien zum Kampf um das allgemeine Bewu\u00dftsein stellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ursprung dieser Gegenkr\u00e4fte ist stets der Widerspruch zwischen den offiziell verk\u00fcndeten<br \/>\nWahrheiten der Massenmedien und den realen Lebenserfahrungen von mehr<br \/>\noder weniger gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung, die zun\u00e4chst in kleineren Gruppen und<br \/>\npers\u00f6nlichen Diskussionen aktiviert und dann in gr\u00f6\u00dferen gesellschaftlichen Organisationen<br \/>\nzusammengefa\u00dft werden. An diesen Gegenkr\u00e4ften bricht sich der \u00fcberw\u00e4ltigende Einflu\u00df der Massenmedien.<\/p>\n<p>Der Aufbau und Ausbau von Gegenmeinungen findet in kleinen Gruppen statt, und die Untersuchung der sich dort abspielenden Prozesse f\u00fchrte zur Entdeckung der Meinungsf\u00fchrer, die f\u00fcr die Meinungsbildung in der Gruppe ma\u00dfgebend sind und die andere mehr beeinflussen als sie von anderen beeinflu\u00dft werden. Diese Meinungsf\u00fchrer setzen sich allerdings selbst dem Einflu\u00df der Massenmedien wieder st\u00e4rker aus. Sie lesen mehr, h\u00f6ren mehr Radio, sehen mehr fern. Sie nehmen die Meinungen der Massenmedien<br \/>\nauf und geben sie an die Gruppen weiter.<\/p>\n<p>Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der gewerkschaftlichen \u00d6ffentlichkeitsarbeit, die eigenen Mitglieder so zu unterrichten und auszurichten, da\u00df sie ihrerseits als Glieder zahlloser formeller und informeller Gruppen h\u00f6chst wirksame Tr\u00e4ger von Gegenmeinungen zur Beeinflussung der \u00f6ffentlichen Meinung sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Die direkte Einwirkung auf die \u00f6ffentliche Meinung:<br \/>\nDie gewerkschaftliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit im engeren Sinn<\/strong><br \/>\nAber die Gewerkschaften k\u00f6nnen sich heute selbstverst\u00e4ndlich nicht darauf beschr\u00e4nken, ihre Ansichten und Absichten zum Zwecke der Unterrichtung und Ausrichtung mittels der Gewerkschaftspresse und der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit unter ihren eigenen Mitgliedern zu verbreiten. Sie sind vielmehr gezwungen, ihre Stimme auch im Konzert der \u00f6ffentlichen Meinung zu Geh\u00f6r zu bringen. Dieser Zwang ergibt sich aus der Tatsache, da\u00df die Gewerkschaftsmitglieder nur eine Minderheit der Arbeitnehmer darstellen und die Mehrheit also von der Gewerkschaftspresse und der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit nicht oder nur auf dem Umweg \u00fcber die Meinungsf\u00fchrer erreicht wird.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaften k\u00f6nnen gar nicht umhin, ihre Ansichten und Absichten \u00fcber den Kreis der Mitglieder hinaus auch in der breiten \u00d6ffentlichkeit darzulegen, weil es der Kampf der Meinungen, die Konkurrenz um die Bewu\u00dftseinsbildung, die Herausforderung durch den Strom anderer Interessenteninformationen und der berechtigte Anspruch der \u00d6ffentlichkeit einfach so verlangen.<\/p>\n<p>Aus all diesen Gr\u00fcnden wird von den Gewerkschaften, denen dieses Problem bewu\u00dft ist und die dazu in der Lage sind, eine mehr oder minder intensive Einwirkung auf die \u00f6ffentliche Meinung praktiziert. Das bedeutet konkret: Die Gewerkschaften benutzen die vorhandenen technischen Mittel und Kommunikationswege, um die Massenmedien mit Informationen zu beliefern. Diese Informationen finden dann, je nach Bedeutung anderer vorliegender Nachrichten, nach ihrer eigenen Bedeutung und der Einstellung der Journalisten dazu, Eingang in das Nachrichtenmaterial, die Berichterstattung und Kommentierung der Massenmedien.<\/p>\n<p>Auf diese Weise gelangen sie an das gro\u00dfe Publikum, an die vielen Millionen von Fernsehteilnehmern, Nachrichtenh\u00f6rern und Zeitungslesern. Nur durch diese \u00d6ffentlichkeitsarbeit k\u00f6nnen die Gewerkschaften wirklich mit der Masse der Bev\u00f6lkerung in Verbindung treten und auch in der \u00f6ffentlichen Meinung Wirkungen erzielen, die \u00fcber die Einflu\u00dfm\u00f6glichkeit im Mitgliederkreis weit hinausgehen. Oder, um es mit den Begriffen der Meinungsf\u00fchrer-Theorie auszudr\u00fccken: Die Chance der Gewerkschaften, ihre Ansichten einer maximalen Zahl von Meinungsf\u00fchrern zu vermitteln, wird durch die Benutzung der Massenmedien gewaltig gesteigert. Diese Einsicht hat gerade in den letzten Jahren in steigendem Umfang bei den Gewerkschaften Platz gegriffen.<\/p>\n<p>Die H\u00e4ufigkeit, mit der die gewerkschaftlichen Nachrichtendienste erscheinen, h\u00e4ngt nat\u00fcrlich von der Menge des in den einzelnen Organisationen anfallenden Stoffes ab.<\/p>\n<p>Deshalb sind die Pressedienste des DGB-Bundesvorstandes und der IG Metall die zahlund materialreichsten; dementspechend ist auch ihr Erfolg in der Publizit\u00e4t.<\/p>\n<p>Am h\u00e4ufigsten kommen im Pressedienst der IG Metall folgende Themen vor:<\/p>\n<p>Tarifpolitik,<br \/>\nWirtschaft,<br \/>\nOrganisationsfragen,<br \/>\nBetriebsratswahlen,<br \/>\nSozialpolitik,<br \/>\nInternationale Nachrichten.<\/p>\n<p>In steigendem Umfang werden vom DGB und den einzelnen Gewerkschaften Journalisten zu den Gewerkschaftskongressen eingeladen. Der Sinn f\u00fcr den Wettstreit um das gr\u00f6\u00dfte und beste Presseecho ist auch unter den Gewerkschaften erwacht und f\u00fchrt zu einer erheblich breiteren Berichterstattung \u00fcber Verlauf und Ergebnis der Gewerkschafts-kongresse als es fr\u00fcher \u00fcblich war.<\/p>\n<p>Auch gewerkschaftliche Pressekonferenzen kommen immer mehr in Mode und f\u00fchren allm\u00e4hlich zwischen den Vertretern der Massenmedien und den f\u00fchrenden Gewerkschaftern zu einem \u00e4hnlich selbstverst\u00e4ndlichen Verh\u00e4ltnis wie zwischen der Presse und den f\u00fchrenden Politikern. Die Scheu vor dem Mikrofon, der Fernsehkamera und dem Notizblock der Journalisten m\u00fcssen auf seiten der Funktion\u00e4re ebenso \u00fcberwunden werden wie bei den Pressevertretern die Klischeevorstellung, da\u00df Gewerkschafter Ballonm\u00fctzen tragen und Gewerkschaftsthemen des allgemeinen Interesses entbehren.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6glichkeiten und Grenzen gewerkschaftlicher \u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/strong><br \/>\nDie \u00dcbersicht \u00fcber die gewerkschaftliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit zeigt, da\u00df die Gewerkschaften heute ihre Ansichten und Absichten mit Hilfe der Massenmedien \u00fcber den Kreis der eigenen Mitglieder hinaus in die breite Masse der Bev\u00f6lkerung tragen und tragen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft ist eine umfassende gewerkschaftspolitische Aufgabe, in der die \u00d6ffentlichkeitsarbeit nur eine dienende Funktion hat.<\/p>\n<p>Diese Funktion ist jedoch bedeutsam, weil von ihr der Aufbau von Gegenmeinungen, die Aufkl\u00e4rung \u00fcber die wahren Ziele der Gewerkschaften und die Ausarbeitung und Verankerung politischer, \u00f6konomischer und sozialer Alternativvorstellungen zum bestehenden System ausgehen kann.<\/p>\n<p>Es zeigt sich allerdings gerade unter den heutigen Bedingungen der gewerkschaftlichen<br \/>\nAktion, da\u00df jede \u00d6ffentlichkeitsarbeit, wenn sie die Gewerkschaften nicht in die Isolierung sektiererischer Gruppen hineinf\u00fchren will, auf die Struktur der \u00f6ffentlichen Meinung und auf die Mechanismen der Massenmedien R\u00fccksicht nehmen mu\u00df. Daraus ergibt sich, da\u00df die gewerkschaftliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit auf die gleichen Techniken und Praktiken zur\u00fcckgreifen mu\u00df, deren sich die kommerzielle Public-Relations-Arbeit bedient. Bis in die Sprache und die Art der Ansprache des einzelnen hinein hat dies seine Konsequenzen. Die Grenze zwischen der Manipulation der Konsumwerbung und der Aufkl\u00e4rung und Bewu\u00dftseinsbildung, um die es der gewerkschaftlichen \u00d6ffentlichkeitsarbeit geht, droht dabei zu verschwimmen. Das Dilemma tut sich auf, da\u00df die Gewerkschaften, jedenfalls im Sinne der \u00d6ffentlichkeitsarbeit, um so erfolgreicher, das hei\u00dft allgemein<br \/>\nakzeptiert werden, je mehr sie sich dem bestehenden sozial\u00f6konomischen Wertsystem anpassen, w\u00e4hrend sie andererseits dadurch in die Gefahr geraten, sich von ihrem eigentlichen gesellschaftspolitischen Auftrag zu entfernen. Angesichts dieser Alternative, angesichts der Wahl zwischen den beiden Extremen einer v\u00f6lligen Vernachl\u00e4ssigung von \u00d6ffentlichkeit und \u00f6ffentlicher Meinung um der Reinheit der Ziele willen oder der v\u00f6lligen Unterwerfung unter die \u00f6ffentliche Meinung um der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Popularit\u00e4t willen, bem\u00fchen sich die Gewerkschaften offensichtlich, einen Mittelweg einzuschlagen:<\/p>\n<p>Sie ver\u00e4ndern ihre Ziele und ihre Praxis so weit, da\u00df sie nicht von vornherein die entschiedene<br \/>\nAblehnung der (gewerkschaftsunfreundlichen) \u00d6ffentlichen Meinung hervorrufen.<\/p>\n<p>Jedoch besitzt ihre Politik immer noch gen\u00fcgend Klarheit und Anziehungskraft f\u00fcr die Arbeitnehmer, um diese prinzipielle Berechtigung und Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Arbeit anerkennen und auch f\u00fcr sich selbst bejahen zu lassen. Auf der Basis dieser Anh\u00e4ngerschaft trachtet die Gewerkschaft nun, durch eine gro\u00dfangelegte \u00d6ffentlichkeitsarbeit Sympathie und Unterst\u00fctzung bei jenen Teilen der Bev\u00f6lkerung zu gewinnen, die ihnen bisher indifferent gegen\u00fcberstanden. Sogar bei den negativ Eingestellten vermag eine geschickte \u00d6ffentlichkeitsarbeit Boden zu gewinnen, indem sie falsche Fronten zerst\u00f6rt, Vorurteile auflockert, sich zur Diskussion mit dem Gegner stellt.<\/p>\n<p>Der Preis, den die Gewerkschaften f\u00fcr eine erfolgreiche \u00d6ffentlichkeitsarbeit unter den heutigen Verh\u00e4ltnissen zahlen m\u00fcssen, ist eine gewisse Zweideutigkeit, wie sie sich besonders am neuen DGB-Grundsatzprogramm zeigen l\u00e4\u00dft.Zwar sind alle entscheidenden Forderungen f\u00fcr eine gesellschaftliche Neuordnung dort noch enthalten, sie stellen aber keine verbindlichen Anweisungen zum Handeln, sondern nur Fernziele dar, die, falls es die jeweiligen Machtverh\u00e4ltnisse so gebieten, auch vertagt werden k\u00f6nnen. Die Tagesarbeit der Gewerkschaften jedenfalls orientiert sich nicht am Grundsatzprogramm, sondern am Aktionsprogramm, dessen Zielsetzungen zwar von den Arbeitgebern propagandistisch als \u00fcbertrieben bek\u00e4mpft, aber nicht grunds\u00e4tzlich abgelehnt werden.<\/p>\n<p>Eine solche Politik auf zwei Ebenen mag doppelz\u00fcngig erscheinen, in Wirklichkeit ist sie jedoch zwangsl\u00e4ufig f\u00fcr einen Verband, der die Verfassung der Bundesrepublik bejaht, jedoch in partieller Opposition zur bestehenden Ordnung sich befindet und der dem revolution\u00e4ren Umsturz seit langem abgeschworen hat. Die typische Praxis der Gewerkschaften ist der Kompromi\u00df mit dem Gegner, nicht dessen Vernichtung.<\/p>\n<p>Gilt der Kompromi\u00dfcharakter aber schon allgemein bei der gewerkschaftlichen Aktion, so steht die \u00d6ffentlichkeitsarbeit, die nicht unmittelbares Handeln und Ringen, direktes Zupacken ist, sondern Strategie und Taktik im Reich der Worte, noch viel mehr im Zeichen des Kompromisses.<\/p>\n<p>Als Vorbereitung und Begleitmusik zu einem gewerkschaftlichen Angriff wird sie einerseits vorsichtig um Verst\u00e4ndnis und Unterst\u00fctzung f\u00fcr die gewerkschaftlichen Forderungen werben, im Kampf selbst auf die Mobilisierung von Leidenschaften nicht verzichten, nach seinem Ende den Erfolg anpreisen und wieder ein vertr\u00e4gliches Verh\u00e4ltnis zum Gegner herstellen, das vom Kampf in Mitleidenschaft gezogene Publikum bes\u00e4nftigen und der pessimistischen Arbeitgeberpropaganda \u00fcber die sch\u00e4dlichen Folgen des<br \/>\nKompromisses entgegenwirken.<\/p>\n<p>Sie mu\u00df auf die Erhaltung der Anziehungskraft der Gewerkschaften auf die Arbeitnehmer bedacht sein, also den Nutzen der Organisation durch die st\u00e4ndige Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen \u00fcberzeugend darstellen, andererseits jedoch gegen das Klischee von den krakeelenden, Unruhe stiftenden, ewig unzufriedenen, auf den Nachweis ihrer Existenzberechtigung bedachten Gewerkschaften angehen.<\/p>\n<p>Sie mu\u00df die Schattenseiten der kapitalistischen Wirtschaftsweise anprangern, ohne jedoch die gewerkschaftlichen Erfolge gerade in dieser Ordnung zu verkleinern, denn sie sind immer noch das beste Werbeargument f\u00fcr die Gewerkschaften.<\/p>\n<p>Sie mu\u00df eine gro\u00dfe Zukunftsperspektive zeigen k\u00f6nnen, wie sie gerade die aktiven, anspruchsvollen und nachdenklichen Elemente unter den Arbeitnehmern von ihrer Gewerkschaft erwarten, und der Masse doch auch beweisen, da\u00df sie nicht in den Wolken schwebt und nur Versprechungen f\u00fcr die Zukunft macht.<\/p>\n<p>Sie mu\u00df den Widerstand gegen Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Willk\u00fcr organisieren und diese ihre Funktion als demokratische Gegenmacht im Bewu\u00dftsein der Bev\u00f6lkerung verankern, ohne doch in den Verdacht der Verfassungsfeindlichkeit und des Extremismus zu geraten.<\/p>\n<p>Gewerkschaftliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit kann eben nur ein Kind der Gewerkschaften selbst sein. Alle Widerspr\u00fcche, mit denen die Gewerkschaften zu k\u00e4mpfen haben, haften ihr selbst an, sie mu\u00df \u00fcberdies die Last tragen, diese Widerspr\u00fcche noch der \u00d6ffentlichkeit begreiflich zu machen, um am Ende nicht nur mitleidiges Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die schwierige Rolle der Gewerkschaften, sondern aktive Mithilfe bei der Verwirklichung kontroverser Ziele zu bewirken.<\/p>\n<p>Das ist gewi\u00df keine leichte Aufgabe. Wer sich ihr unterzieht, hat einen schweren Stand sowohl gegen\u00fcber der \u00f6ffentlichen Meinung, die die gewerkschaftliche Botschaft lieber nicht h\u00f6ren m\u00f6chte, als auch gegen\u00fcber den Kollegen von der Presse, deren \u201egut&#8221; entwickeltem Standesbewu\u00dftsein der gewerkschaftliche Pressemann allemal als Journalist minderen Ranges erscheint, schlie\u00dflich aber auch gegen\u00fcber anderen Gewerkschafts-funktion\u00e4ren,die die Notwendigkeit, ihre Politik gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit auch dann noch rechtfertigen zu m\u00fcssen, wenn sie die Mitglieder voll und ganz hinter sich<br \/>\nwissen, als l\u00e4stige Zumutung empfinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gewerkschaftliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit in der pluralistischen Gesellschaft Jeder Verband in der Bundesrepublik, der etwas auf sich h\u00e4lt und es sich materiell leisten kann, besitzt heute ein Pressereferat und gibt einen Pressedienst heraus, versendet ihn an Redaktionen von Presse, Funk und Fernsehen, an befreundete Politiker, an die eigenen Mitglieder und an andere Verb\u00e4nde. 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